19.07.2025 - Artikel

Article - Environmental Health and Preventive Medicine
Kohorte zur Gesundheit von Verkehrsbeschäftigten (TRAPHEAC): Studienprotokoll und methodische Überlegungen

Möchten Sie mehr über den Entstehungsprozess von TRAPHEAC erfahren?

Entdecken Sie die wichtigsten Überlegungen in diesem Artikel, der das TRAPHEAC-Protokoll beschreibt

+ - 1. Was ist das Thema dieser Studie?
Diese Studie befasst sich mit der Einrichtung von TRAPHEAC, einer Kohorte von Busfahrern und Busfahrerinnen in der Schweiz. Eine Kohorte ist eine Gruppe von Personen, die über einen bestimmten Zeitraum hinweg beobachtet wird, um zu sehen, was mit ihnen geschieht. Dabei wird untersucht, wie sich ihre Gesundheit, ihre Arbeitsbedingungen oder ihre Situation im Laufe der Jahre verändern. Dabei geht es nicht darum, eine Person zu beurteilen, sondern allgemeine Trends zu verstehen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.
+ - 2. Warum wurde diese Bevölkerungsgruppe ausgewählt?
Im Jahr 2019 haben zwei zufällige Entdeckungen gezeigt, dass Busfahrerinnen und Busfahrer in der Schweiz im Vergleich zu anderen Berufsgruppen eine überdurchschnittlich hohe Sterblichkeitsrate aufgrund von Lungenkrebs und Selbstmord aufweisen. Im Jahr 2022 hat dann eine gemeinsame Umfrage mit den Gewerkschaften gezeigt, dass Busfahrerinnen und Busfahrer unter zahlreichen Gesundheitsproblemen leiden. Die neue Studie knüpft an die Untersuchung von 2022 an und wird es ermöglichen, noch weiter zu gehen.
+ - 3. Wie lässt sich die geringe Anzahl an Studien zu diesem Thema erklären?
Busfahrerinnen und Busfahrer sind eine Population, die für eine Kohortenstudie schwer zu erreichen ist.
+ - 4. Was ist das Ziel dieser Studie?
Das Ziel ist es, eine Kohorte von Busfahrern und Busfahrerinnen in der Schweiz aufzubauen, um den Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Gesundheit untersuchen zu können. Langfristig soll es möglich sein, gezielte Präventionsmassnahmen für Busfahrer und Busfahrerinnen anzubieten.
+ - 5. Wie sind Sie bei der Durchführung dieser Studie und der Erzielung Ihrer Ergebnisse vorgegangen?
Dieses Projekt entstand aus der Zusammenarbeit mit den Bundesämtern, dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) und den Gewerkschaften. Das Projekt wird über drei Kanäle parallel verbreitet: 1. Die Gewerkschaften, die ihren Mitgliedern Informationen per E-Mail zusenden und Flyer verteilen 2. Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV), der die Einladung an die Mitgliedsunternehmen weiterleitet, damit diese sie an die Fahrerinnen und Fahrer weitergeben. 3. Die institutionellen sozialen Netzwerke. Die Materialien enthalten einen Link und einen QR-Code zur Website der Studie, auf der Interessierte ihre Teilnahmeberechtigung überprüfen und sich anmelden können. Teilnahmeberechtigt sind Personen, die seit mindestens einem Jahr als Fahrer/in tätig sind und in der Schweiz leben (dieses Kriterium wird später gestrichen). Um sich anzumelden, geben Interessierte ihre Kontaktdaten an, lesen die Informationen zur Studie und geben ihre elektronische Einwilligung. Die Identifikationsdaten werden getrennt von den anderen Informationen gespeichert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten dann per E-Mail Zugang zum Fragebogen der Studie. Anhand anerkannter und zuverlässiger Fragebögen wurde ein umfassender Fragebogen erstellt, der zahlreiche Bereiche abdeckt (psychische und physische Gesundheit, Arbeitsbedingungen usw.). Die Fragen zu den Arbeitsbedingungen wurden gemeinsam mit den Gewerkschaften entwickelt.
+ - 6. Was kam dabei heraus und wie interpretieren Sie das?
Die Daten werden derzeit ausgewertet. Die ersten Ergebnisse finden Sie hier.
+ - 7. Welche Schlussfolgerung haben Sie daraus gezogen?
Aufgrund der ersten gesammelten Daten stellen wir eine geringere Beteiligung als erwartet fest. Dies veranlasst uns, dieses Projekt zu hinterfragen und zu überlegen, wie es verbessert werden kann.
+ - 8. Was sind die Stärken und Grenzen dieser Studie?
Eine der Stärken ist, dass der Fragebogen sehr umfassend ist und viele Bereiche wie Arbeitsbedingungen, empfundener Stress, Muskel-Skelett-Erkrankungen und Lebensstil abdeckt. Eine weitere Stärke ist die Zusammenarbeit mit mehreren Akteuren des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz. Eine der Grenzen des Projekts ist die Länge des Fragebogens, der von einigen Teilnehmern als zu lang empfunden werden kann.
+ - 9. Hatte diese Studie irgendwelche Auswirkungen?
Da die Daten noch ausgewertet werden, kann diese Frage noch nicht beantwortet werden. Langfristig wird die Studie zur Entwicklung gezielter Präventionsprogramme führen, die die Gesundheit der Fahrerinnen und Fahrer verbessern werden.
+ - 10. Was ist Ihrer Meinung nach der nächste logische Schritt nach dieser Studie?
Der logische nächste Schritt ist die Analyse der Daten, um den Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und der Gesundheit der Busfahrerinnen und Busfahrer zu verstehen. Anschließend werden wir Folgefragebögen erstellen, um die Entwicklung der Arbeitsbedingungen, der Gesundheit usw. der Fahrerinnen und Fahrer zu untersuchen.